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Leserbrief von Remo Bill: Dokumentiertes Zerr-Bild

17.April.2018

Dokumentiertes Zerr-Bild von Grenchen

Der SRF DOK-Film von Karin Bauer wollte auf Grund der tiefen Stimmbeteiligung in der Stadt Grenchen, dem hohen Ausländeranteil und dem Rechtsrutsch in der Politik die negativen Seiten der Globalisierung aufzeigen.

Das gewählte, weltweite Thema (Front National, AfD, «Trump» und weitere) finde ich wichtig. Schwierig ist die Verknüpfung mit einem Ort. Plötzlich geht es nicht mehr um das gewählte Thema, sondern um den Ort – wie jetzt die Stadt Grenchen. Das zeigt sich auch anhand der heftigen Reaktionen auf die Ausstrahlung.

Eine Gratwanderung also! Die Interviews sind nicht repräsentativ.

Der Film von Karin Bauer ist für mich ein äusserst einseitiger, negativer Bericht.

Die SRF suchte nach Personen mit «pointierten» Aussagen zum gewählten Fokus nach dem Motto «Wer sucht, der findet!». Die Interviews mit den verschiedenen, gewählten Protagonisten ergeben für Aussenstehende ein befremdliches Bild von der Stadt Grenchen.

Mehr als 100 Vereine in Grenchen bieten den Einwohnerinnen und Einwohnern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Die diesjährige Preisverleihung an der Sportlerehrung zeugt von einem erfolgreichen multikulturellen Miteinander. Der Verein Granges Melanges, der sich der Integration annimmt, wurde mit dem kantonalen Sozialpreis ausgezeichnet. Das intakte Gewerbe, das gute Schulangebot, die attraktive Wohnlage in der Stadt im Grünen oder die vielfältige Verkehrsanbindung sind in diesem DOK-Film leider kein Thema. Solche und weitere Einblicke hätten ein ganz anderes Bild von Grenchen ergeben.

Aus ihrer Sichtweise untermauert die Filmemacherin ihr Thema. Es entsteht ein negativer Tunnelblick auf Grenchen, mit dem sie der Stadt nicht gerecht wird. Ob sich eine erfahrene Filmfrau wie Karin Bauer dieser Schwierigkeit nicht bewusst war?

Zu denken geben mir die zum Teil fremdenfeindlichen Aussagen wie «Jeden Ausländer sollte man chippen» und oder die Aussage «die direkte Demokratie könnte man abschaffen».
Ich habe nichts gegen das Freizeitverhalten von den im DOK-Film gezeigten Personen.

Aber nichts machen für die Gemeinschaft oder das Wahl- und Stimmrecht nicht nutzen, ist keine Lösung und bringt uns sicher nicht weiter!

Remo Bill, Vize-Stadtpräsident  l  Kantonsrat  l  Grenchen

 

 




SP vor Ort